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Frankfurt am Main Frühjahr 2003
 
Am Samstagmorgen stand die Besichtigung des Hochhauses der Commerzbank in Frankfurt auf dem Programm. Das Wetter war leicht diesig und sah für eine Hochhausbesichtigung nicht vielversprechend aus.

In der Lobby fanden sich dann viele bekannte Gesichter wieder und es ging mit dem Feuerwehraufzug nach oben auf das Dach. Hier wurde von Herrn Muschelknautz, dem Gebäudeverantwortlichen, die Baugeschichte des Hochhauses sehr ausführlich mit vielen Hintergrundinformationen dargestellt. Das Gebäude wurde von dem amerikanischen Architekten Forster als ein abgerundetes gleichschenkliges Dreieck mit einem Treppenturm an jeder Ecke geplant. Die Büros befinden sich in der von den Türmen aufgespannten Fläche, und in der Mitte des Hauses bleibt ein dreieckiger Kern durch alle Etagen frei.

Die Aussicht vom 259m hohen Haus über Frankfurt war irgendwie genial, auch wenn der freie Blick auf die Berge (Taunus, Spessart, Odenwald) nicht möglich war. Der Rundgang durchs Haus mit weiteren Erläuterungen brachte noch eine Vielzahl neuer Eindrücke: Alle Büros haben Tageslicht, sind nach innen verglast, und die Fenster können geöffnet werden. Es entsteht nicht der Eindruck von Enge.

Auf jeder vierten Etagen gibt es eine Cafeteria, deren Anordnung im dreieckigen Grundriss jeweils wechselt. Jede Cafeteria ist nach einem botanisches Thema, das der geografischen Lage auf der Erde gewidmet ist, gestaltet: z.B. Osten = asiatische Vegetation;

Die Haustechnik (Telefon-, PC-Netzwerk) ist für jeweils 4 Etagen als "Dorf" zusammengefasst. Mit diesen Eindrücken ging es in die Katakomben des Hochhauses, Gänge und endloses Flure mit Haustechnik und Telefonanlage. Die Telefonanlage ist als redundantes System doppelt vorhanden, damit bei einem eventuellen Totalausfall sofort die Ersatzanlage automatisch in Betrieb gehen kann. Vom Hochhaus machten sich alle auf nach Heusenstamm, wo das Magazin des Museums für Kommunikation Frankfurt besichtigt werden konnte. Dabei war es für mich und so manchen anderen nicht einfach, auf Anhieb den richtigen Eingang zufinden.

Am Eingang wurden wir von Frau Nägele und Herrn Richter im Namen des Museums sehr herzlich begrüßt. Von außen wirkt das Telekomgebäude recht industriemäßig, aber von der Menge der gesammelten Dinge im Inneren mit dem Ziel, das Thema Kommunikation zu beschreiben, war ich doch überwältigt. Von den Postkutschen, über Mobiliar und Inventar von Postämtern, über erste Fernsehgeräte bis hin zu der Einrichtung eines Videokonferenzraumes und einer riesigen Sammlung Fernmeldetechnik gibt es dort Dinge, die so manches Sammlerherz höher schlagen ließen. Und dann die vielen Telegrafen und Telefone, die in Schränken untergebracht sind.
Einen Höhepunkt bildete die !Öffnung der beiden Tresore in der Fernmeldesammlung. So konnten u.a.
- Zeitgenössische Modelle der ersten Telefone von Philipp Reis;
- das sogenannte „Elfenbein-Telefon" mit Bauteilen aus ZBSA 19 / ZBSA 24 und einem Gehäuse aus Elfenbeinschnitzereien, die bildliche Szenen aus der Bibel darstellen;
- eine sogenannte „Kaffeemühle" von Siemens & Halske
bestaunt und fotografiert werden. Abbildungen der Telefone befinden sich u. a. in dem Buch „Telefone 1863 - 2000, Aus den Sammlungen der Museen für Kommunikation" .
Am Samstagnachmittag habe ich dann das Wohnhaus, in dem Philipp Reis in Friedrichsdorf lebte, besichtigt. Das Haus ist heute ein Museum, und im Erdgeschoss werden die Erfindungen und Entwicklungen zur Übertragung von Sprache mittels Elektrizität des Philipp Reis als Nachbauten ausgestellt. Interessant waren auch die Ausführungen über das Leben und frühere technische Entwicklungen von Reis - z.B. ein Fahrrad.

Nach einem gemütlichen Abend im Hotel, vielen Gesprächen und einer ruhigen Nacht sollte es am Sonntag mit der Sammlerbörse im Hotel weitergehen. Es wurden Kisten und kleine Wagen in die Lobby des Hotels gekarrt. Dabei endete der Weg der Anbieter aber an drei Stufen einer Treppe. Also bliebt nur Abladen und Umsetzen usw. übrig. Nichts desto trotz füllte sich der Raum und recht viele Objekte fanden neue Besitzer.

Nach einem Wochenende mit vielen Neuigkeiten, informativen Eindrücken und interessanten Gesprächen möchte ich den Veranstaltern für die gelungene Organisation des Wochenendes danken. Mittags habe ich dann meine Sachen gepackt und mich auf den Weg nach Hause gemacht.

Hans Ulrich Bahl